Wie viel verlangen Zoll und Poste Italiane bei einer Einfuhr nach Italien?
Italien kombiniert die höchste Einfuhrsteuer der sechs von uns abgedeckten Zielländer — 22 % — mit einer Zollbehörde, der Agenzia delle Dogane, die für genaue Prüfung deklarierter Werte bekannt ist. Diese Kombination prägt alles Weitere: Die Steuerlast fällt vergleichsweise hoch aus, und der Versuch, sie über eine zu niedrige Wertangabe zu drücken, ist genau das, wonach der italienische Zoll sucht.
Die Rechnung: 22 % auf eine aufgestockte Bemessungsgrundlage
Bei einer Sendung ohne IOSS beträgt die Einfuhrsteuer 22 % von Warenwert, Versand und Zoll zusammen — jeder Euro Zoll zieht also ein wenig zusätzliche Steuer nach sich. IOSS-Bestellungen zahlen denselben Satz schon an der Kasse auf Ware und Versand und treffen an der Grenze nur noch auf den Pauschalzoll — 3 € je unterschiedlicher HS6-Position. Poste Italiane, BRT oder DHL berechnen anschließend ihr eigenes Entgelt: 0 €–8 € im Postbereich, 5 €–20 € bei Express.
Unterbewertung: die Abkürzung, die in Italien nach hinten losgeht
Manche Verkäufer geben den Wert einer Sendung niedriger an, als tatsächlich gezahlt wurde, um Abgaben zu drücken. Genau darauf reagiert die Agenzia delle Dogane streng: unplausible Werteangaben führen zu Nachprüfung, zur Aufforderung, einen Zahlungsbeleg vorzulegen, zu Lagerverzögerungen und mitunter zu Bußgeldern — und die neu berechneten Abgaben treffen Sie als Empfänger, nicht den Verkäufer, der die Zahl eingetragen hat.
Heben Sie Bestellbestätigung und Zahlungsbeleg auf, bis das Paket zugestellt ist. Fragt der Zoll den Wert nach, macht passende Dokumentation aus einem Streitfall eine Formalität.
Marktplatz-Bestellungen gegenüber Direktverkäufern in Italien
Die großen Marktplätze liefern standardmäßig über IOSS nach Italien, was Sendungen zügig hält und Überraschungen auf den Pauschalzoll begrenzt. Direktverkäufer und kleine Webshops ohne IOSS schicken das Paket dagegen in die volle Prüfung: regulärer Zollsatz nach Warennummer, 22 % Einfuhrsteuer auf die volle Bemessungsgrundlage, dazu das Entgelt des Kurierdienstes. Bei günstiger Mode fällt der Zollanteil dabei spürbar aus, da Bekleidungspositionen zu den höher tarifierten im EU-Schema zählen.
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Häufige Fragen
- Wie hoch ist die italienische Einfuhrsteuer?
- Italien wendet 22 % an — den höchsten Satz unter den sechs von dieser Seite abgedeckten Zielländern. Bei Sendungen ohne IOSS bildet Warenwert, Versand und Zoll zusammen die Bemessungsgrundlage; bei IOSS-Marktplatzbestellungen wurde derselbe Satz schon an der Kasse auf Ware und Versand erhoben. So oder so legt nationales Recht den Satz fest — weder Poste Italiane noch ein Kurier haben darauf Einfluss.
- Was passiert, wenn der deklarierte Wert meines Pakets zu niedrig wirkt?
- Der italienische Zoll kann die Sendung anhalten, den Wert neu bewerten und Zoll sowie Einfuhrsteuer auf die korrigierte Zahl neu berechnen, mitunter mit Bußgeld und Lagerkosten. Möglicherweise müssen Sie nachweisen, was Sie tatsächlich gezahlt haben — heben Sie Bestellbestätigung und Zahlungsbeleg deshalb auf. Ein Verkäufer, der Pakete aus Gefälligkeit niedriger deklariert, verlagert das Risiko damit auf Sie, nicht auf sich selbst.
- Wie viel verlangt Poste Italiane für die Zollabwicklung?
- Poste Italiane setzt eine eigene Preisliste für Vorlage und Vorstreckung an; typische Entgelte für Postsendungen liegen in unseren Daten im Bereich 0 €–8 €, Expressdienste wie BRT und DHL im Bereich 5 €–20 €. Es handelt sich um kommerzielle Preise, getrennt von Zoll und Einfuhrsteuer, die meist entfallen, wenn nichts vorzustrecken ist — also wenn die Steuer schon über IOSS bezahlt wurde.
- Wie werden Temu- und Shein-Bestellungen nach Italien verzollt?
- Beide Plattformen rechnen üblicherweise über eine IOSS-Kasse ab, sodass die italienische Einfuhrsteuer von 22 % schon in der Bestellsumme steckt und an der Grenze nur der Pauschalzoll 3 € je unterschiedlicher HS6-Position bleibt. Gemischte Warenkörbe vervielfachen die Positionen: Kleidung plus Handyzubehör plus Küchenartikel ergibt drei Positionen, während eine Bestellung mit fünf Kleidern in einer Position bleibt und günstiger ausfällt.