Berechnet Trendyol Zollgebühren für Lieferungen nach Deutschland?
Trendyol unterscheidet sich von den Marktplätzen aus China, weil die Ware überwiegend aus der Türkei verschickt wird — und die Türkei bildet mit der EU eine Zollunion. Waren im freien Verkehr, die mit einer A.TR-Warenverkehrsbescheinigung reisen, können dadurch grundsätzlich ohne den üblichen Wareneinfuhrzoll in die EU gelangen. Wie der deutsche Zoll die neue Pauschale für Kleinsendungen bei A.TR-Sendungen im Einzelfall behandelt, entscheidet sich in der Praxis — verlassen Sie sich also nicht auf Abgabenfreiheit, sondern prüfen Sie den Beleg, den DHL oder die Deutsche Post bei der Zustellung ausstellt.
Was die Zollunion nie berührt, ist die Mehrwertsteuer: Sie fällt auf Trendyol-Bestellungen immer an. Bei Bestellungen bis 150 € zieht die Plattform die deutsche MwSt. von 19 % beim Checkout ein, und das Übergangssystem seit 2026 setzt den Zoll auf 3 € je unterschiedlicher HS6-Tarifposition an, sofern kein A.TR-Nachweis vorliegt. Unser Rechenbeispiel unten zeigt genau diesen Standardweg.
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Geben Sie einen Preis ein — Ihr Beleg erscheint hier.
Rechenbeispiel
Die Standardrechnung für eine typische Modebestellung: ein Webhemd für 19,90 € und Sneaker für 34,50 €, Versand 4,95 € — 54,40 € Warenwert. Hemden und Schuhe liegen in getrennten HS6-Positionen, also zählt das Paket 2 Tarifpositionen, und die Übergangspauschale beträgt 2 × 3 € = 6 €. Die Mehrwertsteuer von 11,28 € wurde im Checkout erhoben, typisches Handling des Zustellers kommt mit 0 €–8 € dazu, macht 76,63 €–84,63 € an der Tür, wovon 6 €–14 € zur Zustellung fällig wird. Reist Ihre Sendung mit einem A.TR-Nachweis, kann die Zollzeile abweichend ausfallen — der Beleg des Zustellers zeigt, was tatsächlich berechnet wurde.
Zahlen für Ihre eigene Bestellung? Nutzen Sie den Rechner oben — er wendet dieselben Regeln auf Ihre Preise an.
Beispielanmeldung
- Kleidung (gewebt) 19,90 €
- Schuhe 34,50 €
- Artikelan der Kasse bezahlt54,40 €
- Versandan der Kasse bezahlt4,95 €
- Zoll6,00 €
3,00 € × 2 Tarifpositionen = 6,00 €
- MwSt. (19 %)an der Kasse bezahlt11,28 €
19 % × 59,35 € (Ware + Versand) = 11,28 €
- Zustellergebühr0,00 € – 8,00 €
Fällig bei Zustellung: 6,00 € – 14,00 €
Häufige Fragen
- Ist Trendyol wegen der Zollunion EU-Türkei automatisch zollfrei in Deutschland?
- Nicht automatisch. Die Zollunion erlaubt Waren im freien Verkehr mit A.TR-Nachweis die Einfuhr ohne herkömmlichen Zoll, doch ob die Kleinsendungspauschale von 3 € je HS6-Position dabei entfällt, entscheidet die Zollpraxis im Einzelfall. Verlassen Sie sich nie auf eine Null-Zeile, sondern prüfen Sie, was der Zusteller tatsächlich berechnet hat.
- Zahle ich deutsche MwSt. auf Trendyol-Bestellungen?
- Ja, immer — die Zollunion deckt keine Mehrwertsteuer ab. Bis 150 € wird die MwSt. von 19 % im Trendyol-Checkout auf Ware und Versand berechnet. Oberhalb dieser Grenze fällt dieselbe Rate als Einfuhrumsatzsteuer an der Grenze an, berechnet auf Ware, Versand und Zoll zusammen.
- Wie zählt der Zoll bei einem Trendyol-Paket mit mehreren Kleidungsstücken?
- Je unterschiedlicher HS6-Tarifposition. Webhemden, Strickware und Schuhe sind drei verschiedene Positionen, ein Paket mit allen dreien zahlt also 3 × 3 €; fünf gleichartige T-Shirts teilen sich dagegen eine Position. Nie ist es ein Betrag pro Paket oder pro Kleidungsstück — die Kategorienmischung im Warenkorb entscheidet.
- Was passiert, wenn eine Trendyol-Bestellung nach Deutschland ohne IOSS ankommt?
- Dann läuft die Abfertigung regulär: Tarifierung nach HS-Code — wo ein vorhandener A.TR-Nachweis den herkömmlichen Satz senken kann —, dazu Einfuhrumsatzsteuer von 19 % auf Ware, Versand und Zoll sowie das Auslagenentgelt des Zustellers. Ohne Präferenz können Bekleidungstarife erheblich sein, dieser Weg wird also oft teurer.
- Werden Trendyol-Bestellungen über 150 € in Deutschland anders behandelt?
- Ja. Oberhalb von 150 € greift die Übergangspauschale nie; bewertet wird nach den normalen Zollregeln, bei denen ein A.TR-Nachweis für Waren im freien Verkehr der Türkei am stärksten zählt, dazu Einfuhrumsatzsteuer von 19 % und Abfertigungskosten des Zustellers. Dieser Wertbereich war schon vor 2026 von der Freigrenze ausgenommen.